Abiturfeier am Karl‑Ritter‑von‑Frisch‑Gymnasium Moosburg: "Abi Vegas" - Spiel, Glück und große Erinnerungen

Unter dem Motto „Abi Vegas“ feierten die 57 Absolventinnen und Absolventen des Karl‑Ritter‑von‑Frisch‑Gymnasiums am Freitag ihren erfolgreichen Schulabschluss. In einer feierlichen Veranstaltung in der Stadthalle Moosburg wurden ihre Leistung und ihr Einsatz gewürdigt. Dabei lautete der zentrale Wunsch an die Abiturienten, Zuversicht zu bewahren und die eigenen Träume nicht aus den Augen zu verlieren. Für die Absolventinnen und Absolventen beginnt nun ein neues Kapitel — mit offenen Türen und vielen Möglichkeiten.

Fotos: Stephan Hager

Ehrung durch den Elternbeirat

Ehrungen

Ehrung der Jahrgangsbesten

Ehrung durch die Sparkasse

„Sie haben gewonnen“ — Glück, Geschick und eine gute Hand

Der Stellvertretende Schulleiter Christoph Steer eröffnete die Feier mit einem Augenzwinkern: „Sie haben gewonnen und das große Los gezogen“ — eine Anspielung auf das Abiturmotto „Abi Vegas“. Er beschrieb das Abitur als ein „Spiel, in dem Glück eine Rolle spielt, aber eben nicht allein“. Manchmal, so Steer, müsse man auch „eine schlechte Hand gut spielen“ — eine Metapher, die nachdenkliches Schmunzeln in den Reihen hervorrief und zugleich die Anstrengungen der letzten Schuljahre würdigte.

Grußworte: Stolz, Dankbarkeit und neue Rollen

Für den Landkreis überbrachte der Stellvertretende Landrat Franz Heilmeier seine Glückwünsche. Als Vater von drei Kindern sprach er aus persönlicher Erfahrung: Nach bestandener Reifeprüfung mische sich Stolz mit Dankbarkeit und Demut. Heilmeier gratulierte nicht nur zu den schulischen Leistungen, sondern hob auch die Beiträge der Absolventinnen und Absolventen zum schulischen Leben hervor. Er erinnerte daran, dass sich nach dem Abitur die Eltern‑Kind‑Beziehung oft neu definiere — künftig eher auf Augenhöhe — und ermunterte die jungen Menschen, ihre Träume zu verfolgen und notfalls auch weiter für sie zu kämpfen.
Bürgermeister Maximilian Mader sprach für die Stadt Moosburg. Er charakterisierte die Schulzeit als Phase, in der viele Herausforderungen angenommen werden müssten. „Sie haben Leid, Zweifel und Rückschläge ertragen und gemeistert“, so Mader. Sein Wunsch an die Absolventinnen und Absolventen lautete, aus Möglichkeiten Wirklichkeiten werden zu lassen und die Chancen, die sich nun auftäten, mutig zu nutzen.

Rückblick mit Humor und Wehmut

Die Jahrgangsstufensprecher Eljona Gashi, Michael Stoiber, Lorenz Wagensonner und Anna Oltmanns gaben eine launige Rückschau auf die neunjährige Gymnasialzeit — schließlich sei der Jahrgang der erste G9‑Jahrgang, der als „Versuchskaninchen“ durch die verlängerte Schulzeit gegangen sei. Mit viel Witz erinnerten sie an Momente, die wohl allen im Gedächtnis bleiben: frierend im Unterricht bei offenem Fenster während der Corona‑Zeit in Winterjacke, aber auch die „Hitzeschlacht“ bei der Abiturfahrt nach Rom bewältigend. 
Im Anschluss folgte mit dem Film „Signing out“ noch ein kreativer Beitrag der Absolvia: Darin setzt jeder einzelne Schüler seine individuelle Unterschrift auf die Kameralinse, danach folgt ein Fotorückblick auf gemeinsame Jahre. Die Bilder lösten spürbare Wehmut im Saal aus und sorgten für einen intensiven, emotionalen Moment.

Die eigene Berufung finden

Oberstufenkoordinator Stefan Pellmaier dankte dem Jahrgang für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und merkte kritisch an, dass die Absolventen zwei Jahre lang „geschliffen“ worden seien und sich nun nicht auf einen Abiturschnitt mit einer Vor- und einer Nachkommastelle reduzieren lassen dürften - eine Zahl, die Person und Charakter nicht vollständig erfasse. Jeder möge am richtigen Ort seinen maximalen Wert erhalten, aus dem Vollen schöpfen können und seine „Berufung“ finden: Bei 300.000 Ausbildungsberufen und 24.000 Studiengängen in Bayern gebe es zahlreiche Wege, sich zu entfalten. „Jetzt steht euch die Welt offen“, schloss Pellmaier.

Wissen als Schutz gegen Manipulation

Schulleiterin Claudia Theumer thematisierte in ihrer Rede die Gefahr der Manipulation durch Algorithmen. Sie charakterisierte das Abitur als eine persönliche Verteidigungslinie gegen diese Manipulation und zitierte die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner‑Eschenbach: „Wer nicht weiß, muss alles glauben.“ Wissen sei „Immunität des Geistes“ und das „Gegengift gegen Ohnmacht“ in Zeiten, in denen Menschlichkeit auf dem Prüfstand stehe. Theumer lobte den hervorragenden Jahrgangsschnitt von 2,11 und betonte, dass die Abiturfeier nicht nur Abschluss der neunjährigen Schullaufbahn sei, sondern eine „Feier der ganzheitlichen Entwicklung“.

Reifezeugnisse und bewegende Musik

Die Veranstaltung endete mit der feierlichen Überreichung der Abiturzeugnisse und der Auszeichnung der Jahrgangsbesten. Umrahmt wurde die Feier musikalisch von verschiedenen Ensembles unter der Leitung von Stefan Pellmaier begleitet. Besonders bewegend war ein Beitrag der Q13‑Bigband: In derselben Besetzung, in der man vor neun Jahren als erste Big‑Band‑Klasse der Schule begonnen hatte, spielten die Musiker erneut und nunmehr in höchster Perfektion das damals noch sehr herausfordernde Stück vom ersten Sommerkonzert der damaligen 5d — das „Muppet Show-Theme“ von Bob Lowden. Außerdem trugen die Big Band der Schule und der Q13 Chor, unter anderem mit „A Million Dreams“ von Benjamin Paset, zum stimmungsvollen Abschluss der Schullaufbahn bei.